Fachkräftebedarf
Veränderung der Mitarbeiterzahl der letzten zwei Jahre und geschätztes Wachstum in den nächsten zwei Jahren
Obwohl die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in den Befragungen häufig benannt wurden, rechnen die Firmen nach wie vor mit einem personellen Wachstum. Nur wenige Unternehmen gaben an, dass nach
ihrer Einschätzung die Mitarbeiterzahl in den nächsten zwei Jahren stagnieren würde.
Die Angaben zum Wachstum in den letzten zwei Jahren, also 2008 und 2009, waren ausgesprochen positiv und schließen damit an Ergebnisse aus vorherigen Studien, was den Fachkräftebedarf angeht,
lückenlos an. Fast die Hälfte aller Unternehmen konnte auf einen starken Anstieg der eigenen Belegschaft zurückblicken. Dies ist umso erfreulicher, als es in vielen anderen Branchen zu einem
massiven Abbau von Mitarbeitern kam. Befragte Firmen, die in unterschiedlichen Bereichen tätig waren, nahmen die Erneuerbaren Energien explizit aus, wenn sie von Umsatzeinbußen im
Gesamtunternehmen berichteten.
Die Suche nach Fachkräften wurde mehrheitlich als nicht sehr schwierig bewertet. Hier waren nur sehr geringe Vorboten eines Fachkräftemangels unter den Praktikern zu erkennen. Möglicherweise
konnten die Branchen der Erneuerbaren Energien von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise in anderen Branchen profitieren. Die Suche nach Fachkräften mit Universitätsabschluss gestaltete sich
geringfügig schwieriger als für Fachkräfte ohne Universitätsabschluss.
Einige Firmen berichteten davon, dass es schwierig sei, gute und besonders selbstständige Mitarbeiter im Handwerk zu finden. „Wer selbstständig und gut in seinem Handwerk ist, der hat einen Job.
Das macht die Suche so schwierig.“ – so ein Geschäftsführer im Interview. Insgesamt betrachtet ist die Suche nach Ingenieuren weiterhin der Bereich, der am schwierigsten eingeschätzt wird. Aber
insgesamt schätzen nur ein Viertel der befragten Personen die Suche nach Mitarbeitern als schwierig oder sehr schwierig ein.
Gefragt nach den Bereichen, in denen in den nächsten zwei Jahren neue Fachkräfte benötigt werden, lagen die Bereiche „Planung, Projektierung, Finanzierung“ und „Vertrieb, Handel, Logistik“ vorne.
An dritter Stelle wurde „Service, Wartung und Instandsetzung“ genannt, eng gefolgt von „Forschung und Entwicklung“.
Ergänzend veröffentlichte der WILA Bonn erfreuliche Zahlen zur Befristung von Stellen in den Erneuerbaren Energien. Nur knapp 5% der Stellen in der Branche waren befristet ausgeschrieben. Ein
deutlicher Trend gegen Befristungen zeigt, dass die Branche ein Interesse an langfristigen Bindungen hat.

