Ergebnisse der Befragung
Mit der gezielten Förderung der Erneuerbaren Energien wuchsen nicht nur Unternehmen, sondern es kam zu einer großen Anzahl von Neugründungen.
Die Zahlen weisen darauf hin, wie stark die deutsche Gesetzgebung hier einen Wirtschaftszweig befördert hat. Auch bestehende Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau und Energietechnik weiteten
ihre Produktionsbereiche auf Bereiche der erneuerbaren Energieerzeugung aus.
Auswirkungen der Wirtschaftskrise
Anzahl Stellenanzeigen aus Arbeitsmarkt Umweltschutz/ Naturwissenschaft
Die vorbereitenden Recherchen für die hier vorliegende Untersuchung fanden 2008 statt. Zu diesem Zeitpunkt war die dann eintretende Weltwirtschaftskrise nicht absehbar. Die Branchen im Bereich
der Erneuerbaren Energien boomten. In einer Studie durch den Wissenschaftsladen Bonn konnte anhand der Auswertung von Stellenanzeigen ein laufend wachsender Bedarf an Fachkräften nachgewiesen
werden. Zum Zeitpunkt des Startes des Forschungsprojektes powerado plus – in dessen Rahmen diese Studie erstellt wurde – war die Wirtschaftskrise in vollem Gange. Bei Gesprächen mit den
entsprechenden Fachverbänden im Herbst 2009 konnten keine konkreten Aussagen über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise getroffen werden. Um nicht inmitten der größten Unsicherheit eine Befragung
durchzuführen, wurde diese auf das Frühjahr 2010 verschoben.
Erfreulicherweise scheint sich die Wirtschaftskrise nicht so schlimm auf die Firmen der Erneuerbaren Energien ausgewirkt zu haben, wie man befürchten könnte. Einbrüche, wie sie aus anderen
Branchen durchaus zu hören waren, konnten für die Erneuerbaren Energien nicht festgestellt werden. Die Mehrzahl der Unternehmen bewertete die Auswirkung der Wirtschaftskrise für das eigene
Unternehmen als neutral. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch andere Untersuchungen, wie beispielsweise das Joint Research Centre der EU-Kommission, die kaum Auswirkungen der Krise konstatieren
und den Erneuerbaren weiterhin große Wachstumschancen in Europa einräumen. Auch das Jobmonitoring des Wissenschaftsladens Bonn konnte im ersten Jahr 2010 keine Anzeichen einer Krise
erkennen, im Gegenteil, das Stellenvolumen an ausgeschriebenen Stellen lag im ersten Quartal 2010 sogar 46% höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Schätzungen des
Bundesumweltministeriums in Höhe von 15% Stellenzuwachs muten dagegen sehr vorsichtig an und werden erfreulich übertroffen. Auch unterteilt nach unterschiedlichen Branchen, lässt sich bei allen
Branchen der Erneuerbaren Energien ein Wachstum zwischen 2007 und 2009 ausmachen.
Bei den befragten Firmen wurden die Auswirkungen der Wirtschaftskrise nur in Ausnahmefällen sehr negativ bewertet. Negativ beeinflussten die Bewertung zwei Veränderungen von Förderbedingungen, die mit der eigentlichen Wirtschaftskrise nur mittelbar zusammenhängen. Die Kürzung des EEG als solche wurde von den Unternehmen nicht als wirklich dramatisch bewertet. Schwierigkeiten bereitete den Unternehmen die Planungsunsicherheit, die das erste Halbjahr 2010 prägte. Die Kürzungen im EEG und entsprechende Umsetzungstermine waren lange Zeit unklar. Der vorübergehende Stopp des Marktanreizprogramms traf besonders Handwerksbetriebe und den Großhandel.
Die Unsicherheit hatte wirtschaftliche Konsequenzen: Bei einigen kam es zu massiven Überlastungen, andere litten durch Auftragsstornierungen und konnten auch später ihre Ausfälle aufgrund von Lieferengpässen bei Großhändlern nicht wieder wett machen. Hier wurde die klare Forderung an die Politik gerichtet, langfristiger zu handeln und damit Planungssicherheit zu geben.

